Bettina Allamoda
Nation Building / Wall Wear
17. Januar bis 15. März 2009
«Habillez vos façades» – «Verkleiden Sie Ihre Fassaden», fordert eine Anzeige aus den 1970er Jahren in einer französischen Architekturzeitschrift auf. Bei Allamoda überlagert diese Grafik das Modefoto eines israelischen Fashionlabels, das vor der Land-Grab Wall aufgenommen wurde, jener Betonmauer, die Israelis und Palästinenser trennt. Die Berliner Künstlerin thematisiert in ihren Arbeiten das Beziehungsgeflecht zwischen Politik, Mode und Architektur, innerhalb dessen sie Strategien von Verkleidung und Dekoration untersucht.
Für «Nation Building / Wall Wear» hat Allamoda Skulpturen und Reliefs, Collagen und Zeichnungen der letzten Jahre zusammengestellt. Der kurze Videoloop von einer Pariser Modenschau funktioniert dabei gleichsam als Klammer für verschiedene Ansatzpunkte von Allamodas Arbeiten: «Bei einer Modenschau im Pariser Institut du Monde Arabe hat sich ein Modell mit einer Burka verhüllt. Es ist schwer zu sagen, ob damit ein verächtlicher Kommentar auf das gastgebende Kulturzentrum gemeint ist, oder eine Hommage an den Schleier.Für Bettina Allamoda sind solche Überlagerungen der Ausgangspunkt ihrer Recherchen: Wie wirkt sich die Auseinandersetzung mit dem Islam auf die Wahrnehmung aus? Funktionieren die Dresscodes und Moden der jüngsten Vergangenheit als eine Art «Nation Building»? In ihren Skulpturen und Collagen sucht die Berliner Künstlerin nach dem Link zwischen Ästhetik und Gesellschaft, danach, wie sich internationale Spannungen architektonisch und bildnerisch reprä-sentieren lassen. Zugleich sind die Arbeiten vom Feminismus geprägt – nicht zufällig ist die weibliche Verhüllung zum Streitpunkt bei der Wahrnehmung von Menschenrechten geworden.» (Harald Fricke)